Der Junior wird so schnell groß, dass man glaubt, die Zeit vergeht wie im Flug. Man hat das Gefühl, als wäre es gestern gewesen, als Mama und Papa mit dem Sprössling zur Einschulung gingen. Was hat es oft Tränen gekostet, bis das flüssige Lesen funktionierte. Üben und üben und nochmals üben, hat einem die Lehrerin mit auf den Weg gegeben, zum Beispiel beim ersten Rechnen über den Zehner. Es musste ja nur Klick machen und schon ging es. Aber bis es soweit war, war man als Mutter oft der Verzweiflung nahe. Wie gut war es da, wenn man sich mit den anderen Müttern austauschen konnte, bei denen sich alles genauso abspielte. Jahr um Jahr verging und alle waren glücklich, wenn wieder ein Jahr im Mittelfeld geschafft war. Die Grundschule wurde verlassen und der erste Tag in der neuen Schule stand bevor.
Natürlich waren wieder alle sehr aufgeregt, denn es begann ein neuer Lebensabschnitt. Der Junior wird flügge. Die ersten Berufswünsche reiften heran, wenn sie sich auch noch etwas veränderten. Bald war es soweit. Mit Hilfe von verschiedenen Praktika konnte in die verschiedenen Berufe hinein geschnuppert werden. Nebenbei wurde der Führerschein für das Mofa gemacht. Pünktlich zum sechzehnten Geburtstag stand ein nagelneuer Roller in einer der Fertiggaragen, die der Vater vorausschauend im Doppelpack gebaut hatte. Darüber hing ein weißes Tuch mit einer großen roten Schleife. Die Augen waren groß, als die Garagentüre aufging.
Schnell auf den Roller und ausprobieren! Die erste Probefahrt ließ da nicht lange auf sich warten. Natürlich nur mit Helm, denn Sicherheit geht vor, egal ob man nun Geburtstag hat oder nicht. Später, als dann die große Geburtstagsparty stieg, wollte jeder gleich das Geschenk sehen und, wenn nötig, auch mal ausprobieren. Am nächsten Tag fuhr Junior gleich damit zur Schule und zeigte das gute Stück seinen Klassenkameraden. Neidische Blicke der jüngeren Mitschüler waren vorprogrammiert, aber früher oder später werden sie alle mal sechzehn.
Nach einigen Wochen ist es dann bereits normal, dass der Sohn mobil ist. Eine Erleichterung für Mutti, die nicht immer als Taxi funktionieren muss. Allerdings sollte im Vorfeld besprochen werden, wie Versicherung, Steuer und Benzinkosten bezahlt werden. Ein sechzehnjähriger kann das unmöglich aus der eigenen Tasche bezahlen. Aber ein Anteil zu den Kosten ist allemal drin. Es gibt ja genug Möglichkeiten, sein Taschengeld auf ehrliche Weise etwas aufzubessern. Eine von vielen Möglichkeiten ist das Zeitung Austragen. Hier muss man ein- oder zweimal die Woche Zeitungen oder Prospekte austragen. Oftmals kann dies auch am Wochenende gemacht werden. Als andere Möglichkeit bietet sich das Hundesitten oder Babysitten. Letztere Möglichkeit wird meistens von den Eltern unterstützt, denn so kann man sicher sein, dass Junior es im Leben einmal zu etwas bringen wird.
